Die Schulsanitäter

 

Oft hält man Sanitäter für Ärzte, obwohl diese nur sogenannte "Ersthelfer" sind, das heißt, sie leisten Erste Hilfe bis z.B. ein Krankenwagen eintrifft.

Bei den meisten Fällen, mit denen wir im Schulalltag konfrontiert werden, handelt es sich in der Regel um kleinere Verletzungen, wie z.B. Nasenbluten, kleinere Schnittwunden, Übelkeit etc.

 

Doch auch auf schwere Verletzungen, wie z.B. Knochenbrüche, größere Fleisch- und Schnittwunden, sowie Herzinfarkte, allergische Reaktionen, Schlaganfälle etc. sind wir dank unserer Ausbildung vorbereitet.

 

Wie man mit all diesen Situationen umgeht, lernten und übten wir Schüler bei unserer Ausbildung zum Schulsanitäter mit den beiden Lehrern Herr Stoll und Frau Rückert.

Am ersten Tag lernten wir, die zukünftigen Sanis, zunächst die grundlegenden ersten Schritte in einer Notfallsituation. In diesem Zusammenhang standen im ersten Block das Handlungsschema „Erkennen – Überlegen – Handeln“, die 3 A’s sowie der HELD  im Fokus unserer Betrachtungen. Nach einer kurzen Pause stand das richtige Verhalten bei einem Verkehrsunfall auf dem Programm. Den Abschluss dieses Blocks stellte die stabile Seitenlage dar. Wir lernten wie und wann man die stabile Seitenlage bei einem Bewusstlosen anwendet.

 Im nächsten Block, der nach einem gemeinsamen Mittagessen startete, kam die wohl spannendste Übung: die „Herz – Lungen – Wiederbelebung“. Mit Übungspuppen übten wir die richtige Stelle auf der Brust zu finden und mit der richtigen Stärke zu pressen.

 

Jemanden zehn Minuten im Wechsel 30 Mal auf die Brust zu pressen und ihn anschließend 2 Mal zu beatmen, ist sehr anstrengend. Das ausführliche Üben der Herz – Lungen – Wiederbelebung mit Hilfe der Übungspuppen und Musik, die den Takt des Drückens vorgab, bildete den Abschluss unseres ersten spannenden Ausbildungstages.

 

Den zweiten Tag unserer Ausbildung begannen wir mit einer kurzen Wiederholung der Inhalte des ersten Tages, dann ging es um das situationsgerechte Handeln in Notfallsituation, bei denen der Patient bei Bewusstsein ist und die Atmung vorhanden ist.

Im ersten Block lernten wir das richtige Handeln bei einer „Atemnot“, einem „Schlaganfall“, einem „Herzinfarkt“ und einer „Gehirnerschütterung“.

Anschließend standen „Wunden“, „Starke Blutungen“ und „Amputationsverletzungen“. Doch selbst der beste Sanitäter kann keine Verletzung, wie eine Kettensäge im Bein, behandeln. Das muss er auch nicht, denn es gibt ja den Notdienst. Dieser ist jederzeit telefonisch erreichbar, auch wenn das Guthaben der Handykarte leer ist. Doch was sagt man am Telefon, wenn die Rettungsleitstelle am Apparat ist?

 

1.      Wo geschah es?

2.      Was ist passiert?

3.      Wie viele Verletzte?

4.      Welche Art von Verletzung?

5.      Warten auf Rückfragen der Leitstelle

 

Im weiteren Verlauf des zweiten Tages ging zum Beispiel es noch um den „Schock“, um „Verbrennungen und Verbrühungen“, um „Knochenbrüche“ und „Gelenkverletzungen… und deren richtige Erstversorgung. 

Neben der richtigen Erstversorgung, ist das Betreuen und Beruhigen ein sehr wichtiges Hilfsmittel in Notfallsituationen.

 

Nach dieser zweitägigen Ausbildung sind wir ausgebildete Schulsanitäter und freuen uns darauf anderen Menschen mit unserem Wissen helfen zu können. Wir arbeiten nach einem Dienstplan, in dem an jedem Tag zwei Sanis Dienst haben und in Notfallsituationen zum Einsatz kommen. Wir treffen uns in regelmäßigen Abständen zu Sitzungen, in denen wir unsere Einsätze besprechen, unser Wissen auffrischen und natürlich auch erweitern. Wir stehen in enger Zusammenarbeit mit dem DRK Riedlingen, das uns stets mit Rat und Tat und tollen Aktionen zur Seite steht.