Realschüler der 9.Klasse besuchen Atomkraftwerk

Am 07.07.2014 machten sich die Klassen 9e und 9d der Geschwister-Scholl-Realschule Riedlingen auf den Weg, um das Atomkraftwerk Leibstadt zu besichtigen. Um 7.30 Uhr fuhren die beiden Klassen mit ihren Klassenlehrern, einer Physiklehrerin und einer Praktikantin mit dem Bus los. Die dreistündige Fahrt verlief, bis auf einmal verfahren, problemlos. Da Radioaktivität und Kernenergie im Physikunterricht eine große Rolle spielen, waren die Schüler bereits gut informiert. Die kostenlose Führung fing mit einem Film über den Urknall, die Entdeckung von Uran 235 und der Radioaktivität durch das Ehepaar Curie und Henrie Becquerel sowie der Kernspaltung und die Nutzung der Kernenergie an. Die Schüler wurden in vier Gruppen aufgeteilt und zogen je mit einer Führerin los. Im Foyer des Infozentrums stand ein Modell eines kompletten Atomkraftwerks, das alle Vorgänge zeigte. Ein Reaktormodell verdeutlichte die Funktion der Brennelemente, in denen das Uran gespalten wird, sowie den Gebrauch der Regelstäbe, die für das Abschalten eines Reaktors erforderlich sind; ebenfalls gab es Simulationen einer Sicherheitsschleuse eines Reaktors und eines Wechsels von Brennelementen. Mit Nebel wurden Alpha-, Beta-und Gammastrahlen in unserer Umgebung sichtbar gemacht.

 

Nach Ausweis- und Sicherheitskontrollen konnten wir das Gelände, auf dem sich das Kontrollzentrum, Maschinenhaus, der Kühlturm, der Reaktor und die Abkühlbecken von Brennstäben befinden, betreten. Der 144 Meter hohe Kühlturm wurde bereits bei der Anfahrt von weitem gesehen. Im Kommandoraum arbeiten täglich rund um die Uhr im Schichtdienst acht Männer. Frauen arbeiten dort nicht, da man keine reine Frauenschicht zusammen bekommt. Männer und Frauen dürfen nicht zusammen arbeiten.

 

Das AKW in Leibstadt, sowie jedes andere Atomkraftwerk, wird jährlich einmal zur Revision abgeschaltet.

Nach einem kleinen Mittagessen ging die Fahrt weiter. Geplant war ein Zwischenstopp am Bodensee, wegen des schönen Wetters wurde er aber an den Rheinfall verlegt. Eine kleine Gruppe aus Schülern, , machte sich zusammen mit den Lehrern auf den Weg zu den Aussichtsplattformen. Die restlichen Schüler machten sich es auf Bänken mit einem Eis in der Hand gemütlich. 

 

Über den Tag und die Eindrücke im Atomkraftwerk werden die nächsten Schultage noch Diskussionen geführt, da die Meinungen über Kernenergie unterschiedlich sind. Die Pro-Atomkraftführerinnen waren der Meinung, dass Atomkraft nichts Schlimmes sei und dabei nichts passieren kann. Aber warum braucht man dann ein Endlager? Wie konnte es dann zu den zwei größten Atomkatastrophen in Fukushima und Tschernobyl kommen?

Abschließend kann man sagen, dass die Studienfahrt sich gelohnt hat, da man die ganze Anlage in Echt sehen und sich von der Größe überzeugen konnte.

 

Marlene Rehm, Klasse 9d