Schüler fürs Energiesparen sensibilisiert

Wall zeigt fünften Klassen der Geschwister-Scholl-Realschule, wie man Strom spart

 

Von Simon Schwörer

(Redakteur Schwäbische Zeitung)

 

Riedlingen - Um das Thema Energieeinsparen für den Klimaschutz ist es beim Vortrag über „Stand-by“ an der Geschwister-Scholl-Realschule in Riedlingen gegangen. Unter dem Motto: „Den Stromräubern auf der Spur“, sind die fünften Klassen für das Thema Energiesparen im Haushalt und in der Schule sensibilisiert worden. Angeboten wurde die Veranstaltung vom Umweltministerium und der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg.

 

Geräte im Stand-by genau erklärt

Während seines Vortrags teilte Hansjörg Wall den Schülern ein Arbeitsblatt aus, in dem ein mehretagiges Haus im Querschnitt dargestellt ist; darin: jede Menge elektronische Geräte. Die Aufgabe der Schüler bestand nun darin, die Geräte einzutragen, die nur auf Stand-by gehen, also nur „scheinaus“ sind und trotzdem weiter Strom fressen. Zuvor erklärte er den Kindern, woran man Geräte erkennt, die in den Standby-Modus wechseln.

Um den Schülern im Anschluss grafisch zeigen zu können, welche Vorteile etwa Energiesparlampen haben, hatte der pensionierte Lehrer ein spezielles, intelligentes Strommessgerät, ein Leihgerät der EnBW, mitgebracht. Dessen Messwerte wurden über den Computer in Diagrammen angezeigt, die mit dem Projektor an die Wand geworfen wurden. So sahen die Schüler etwa, dass zwei normale Glühlampen zusammen 100 Watt Strom verbrauchen, ein Föhn sogar mehr als 1800 Watt.

„Wer will sich föhnen?“, fragte Wall scherzhaft in die Runde. Viele Schüler streckten ihre Arme in die Luft. Und so durfte sich eine Schülerin die Haare föhnen, während das Messgerät den Stromverbrauch anschaulich darstellte. Besonders beim intelligenten Stromzähler: Nach einer Messung kann festgestellt werden, wie viel der verbrauchte Strom kostet.

Beim nächsten Beispiel schloss Wall einen Receiver für den Fernseher an eine Steckdose an und schaltete ein Strommessgerät dazwischen. So maß er erst den Stromverbrauch im angeschalteten Modus mit 4,3 Watt, dann auf „scheinaus“ mit 1,3 Watt und schließlich nahm er das Gerät vom Netz.

 

„Rausgeworfenes Geld“

Nun rechnete Wall den Kindern vor, dass wenn der Receiver beim Fernsehschauen am Tag vier Stunden läuft und die restlichen zwanzig Stunden des Tages auf Stand-by steht, der Stand-by-Modus mehr Strom benötigt als das aktive Fernsehschauen. „Stand-by verbraucht im Endeffekt mehr wie im angeschalteten Modus. Das ist eigentlich Verschwendung und rausgeworfenes Geld“, machte er den Schülern klar.

Hansjörg Wall ist Lehrer im Ruhestand für Mathematik, Physik und Informatik. Er ist inzwischen freier Mitarbeiter der Energieagentur.

Doch noch in seiner aktiven Zeit als Lehrer beschäftigte er sich mit dem Thema Energiesparen und leitete im Laupheimer Carl-Laemmle-Gymnasium etwa eine Energie-AG, veranstaltete einen Spendenlauf und installierte von den zusammengekommenen Spenden im Jahr 2004 gemeinsam mit Laupheimer Schülern eine Solaranlage in Brasilien.

 

Effizient Strom verbrauchen

In den Landkreisen Biberach, Sigmaringen, Ravensburg und Bodenseekreis werden die Vorträge von der Energieagentur Ravensburg veranstaltet. „Das Ziel ist es, dass die Schüler effizient Strom verbrauchen, in der Schule und zu Hause“, erklärt Wall.

Angeboten werden die Vorträge für Schüler aller Altersstufen. Seinen Vortrag habe er schon in vierten Klassen gehalten, aber auch bei einer zwölften Klasse. Andererseits könne die Sensibilisierung für das Thema Energiesparen nicht früh genug geschehen. „Jeder kann einen Beitrag dazu leisten.“ Er erzählt: Als er seinen ersten Vortrag vorbereitete, habe er zuerst bei sich zu Hause geschaut, wie und wo er selbst Strom einsparen könne. „Ich mache das jetzt bewusster.“

Zum Abschluss durften noch fünf Schüler kleine Strommessgeräte leihweise mit nach Hause nehmen, um zu messen, welches Gerät wie viel Strom benötigt, auch im Stand-by-Modus.