Was passiert mit unseren alten Kleidern?

25.04.2018

Klasse 7C geht auf Spurensuche in der Firma Striebel

Striebel Exkursion

Am 24. April 2018 standen auf dem Parkplatz  der Textil- und Recyclingfirma Striebel in Langenenslingen elf muntere AES-Schülerinnen der Geschwister-Scholl-Realschule Riedlingen.

In Begleitung ihrer Lehrerin Gabriele Seifried wartete die Gruppe gespannt auf den Beginn ihrer vereinbarten Führung mit Hermann Bischof, der für die Öffentlichkeitsarbeit der Firma zuständig ist. Wozu im Buch herumlesen, wenn man es hautnah erleben kann? 

In einem mit Hockern aus alten Jeans ausgestatteten Raum wurde die Gruppe mit einem kleinen Frühstück willkommen geheißen. Im Anschluss wurden die Schülerinnen über die Geschichte und die Arbeit der Firma Striebel aufgeklärt. So erfuhren sie, dass die Firma Striebel durch Recycling von Textilien einen wichtigen Beitrag zur Umweltschonung leistet. Dies wird dadurch bewirkt, dass noch sehr gute Kleidung weiterverkauft und nicht weggeworfen wird. Doch auch für schlecht erhaltene Kleidung wird Verwendung in Form von Putzlappen gefunden.

Mit viel Interesse hörten die Mädchen und ihre Begleitung zu. Doch was ist noch schöner als zuhören? Natürlich, alles live zu sehen! Hermann Bischof führte seine Gruppe in die Produktionshalle. Als erstes erklärte er, dass die Arbeiter und Arbeiterinnen die Kleidung in drei Kategorien einteilen müssen: 1A, 1, 2 und 3. Sehr gute Kleidung muss ganz erhalten und modisch sein. Diese wird dann als Secondhandware weiterverkauft. In den anderen beiden Kategorien wird ähnlich vorgegangen. Ist die Kleidung noch gut, wird sie in Entwicklungsländer in aller Welt verkauft. Aus minderwertiger Ware werden Putzlappen hergestellt. 

Anschließend wurde der Gruppe die verschiedenen Abteilungen in der Produktionshalle vorgestellt. Da sind einmal die Sortierer und Sortiererinnen, die sich mit Hosen, T-Shirts, Blusen, Unterwäsche und anderen Textilien befassen und diese sortieren. Eine besonders beeindruckende Maschine ist das Förderband, das den Sortierern auf Knopfdruck neue Ware hertransportiert.

Ebenso konnte man den Arbeitern zusehen, die die befüllten Säcke vernähen und die Presse für die auch sehr gefragten Bettfedern bedienen und natürlich die Lageristen, die für die Ordnung, Arbeit und Sicherheit im Lager verantwortlich sind. 

Mit viel Geduld beantwortete Herr Bischof alle Fragen und erklärte der Gruppe alle Arbeitsschritte und Maschinen, die bei der Textilverarbeitung notwendig sind. Auch wurde den Mädchen anhand einer gefüllten Gitterbox veranschaulicht, wie viel ungefähr eine Tonne Kleidung ist. Die Textilfirma verarbeitet nämlich 50 Tonnen am Tag. Ganz schön viel! 

 Diese Tatsache brachte die Mädchen zum Nachdenken: Man sollte beim Einkaufen gut überlegen, ob man ein Kleidungsstück auch wirklich braucht. Denn im Durchschnitt werden pro Kopf 24 kg Textilien im Jahr weggeworfen; dabei wird unsere Umwelt sowohl bei der Produktion als auch bei der Entsorgung schwer belastet! So gab es etwas zu diskutieren, als die Mädchen und ihre Begleitung in den nahegelegenen Shop der Firma gingen, um noch ein wenig in den angebotenen Second-Hand-Kleidungsstücken herumzustöbern. 

Mirjam Bischof, Klasse 7C