Medienvortrag: Das Internet vergisst nichts

23.01.2018

Tipps eines Medienexperten an der Geschwister-Scholl-Realschule

VortragZahlreiche Eltern und Lehrer folgten voller Interesse dem Vortrag über Medien und soziale Netzwerke, zu dem die Geschwister-Scholl-Realschule Riedlingen eingeladen hatte. Hermann Schnirring, Realschullehrer und medienpädagogischer Berater des Kreismedienzentrums Biberach, bot einen Einblick in die Medienwelt der Kinder und Jugendlichen. Dabei zeigte er die rasante Entwicklung der Technik auf, auf die sich gerade junge Menschen schnell einstellen.

So ist inzwischen das Smartphone das häufigste Gerät, das für den Zugang ins Internet eingesetzt wird und ihnen den Kontakt mit problematischen Inhalten  ermöglicht, so z. B. Kontaktaufnahmen - auch mit Personen, die man nicht kennt - mit teilweise fatalen Folgen, auch im Landkreis Biberach.

60 Prozent der Eltern wissen nicht, was ihre Kinder im Internet tun, haben immer weniger Kontrolle und können diese folglich immer weniger vor Gefahren im Netz schützen wie Selbstdarstellung durch Selfies, Pornografie, Gewaltverherrlichung, Cybermobbing, Verletzung von Persönlichkeitsrechten, Lets-Play-Videos auf You Tube, Suchtgefahr u.a.

Der Referent hob hervor, dass Kinder zwischen 8 und 13 Jahren, die täglich mehr als eine Stunde digitale Medien nutzen, häufiger unter Konzentrationsschwäche leiden und hyperaktiver seien. 270 000 Kinder und Jugendliche sind internetabhängig mit steigender Tendenz.  

Durch zahlreiche Beispiele wurde deutlich, wie wichtig es ist, dass Eltern sich für die Internetaktivitäten ihrer Kinder interessieren und mit ihnen über die Risiken und Möglichkeiten reden. Statt Verbote auszusprechen, sollte man mit dem Nachwuchs verbindliche Absprachen treffen und sich seiner eigenen Vorbildfunktion und Verantwortung bewusst sein: „Sobald Eltern einem minderjährigen Kind digitale, smarte Geräte zur Verfügung stellen, haben sie die Nutzung dieser Geräte bis zur Volljährigkeit zu begleiten.“

Um Schülerinnen und Schüler für einen angemessenen Umgang mit Medien frühzeitig fit zu machen, werden an der Geschwister-Scholl-Realschule ältere zu Medienagenten ausgebildet, die ihrerseits wieder Schüler der unteren Klassenstufen im Umgang mit Medien schulen. Ziel dieses „Maus- Projektes“ ist es, Kinder und Jugendliche für eine verantwortungsvolle und faire Nutzung der Medien kompetent zu machen.